Die ersten Tage im Januar

Die ersten Tage im Januar fühlen sich für mich immer etwas verkatert an. Nicht, dass ich wirklich an einem klassischen Kater (Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein,  hervorgerufen durch den Konsum von zu viel Alkohol oft in Verbindung mit zu wenig Schlaf) leide. Es überkommt mich in den ersten zwei drei Tagen im neuen Jahr oft eine merkwürdige gedrückte Stimmung. Die Ursache glaube ich darin zu sehen, dass es in den beiden letzten Wochen des Jahres bei mir immer besonders triebig und bunt ist. Da sind zum Beispiel die Weihnachtsfeiern und traditionellen Treffen mit Freunden, bevor das Jahr vorbei ist. Ein Weihnachtsmarktbesuch, auch wenn man kein Freund davon ist, wird auch noch mit eingeplant. Das ganze Jahr über trifft man nicht so geballt auf Freunde und Familie, wie in den letzten zwei Wochen des Jahres. Zwischen den Jahren plant man noch spontan Silvester. Eigentlich will man ja nicht so auf Knopfdruck feiern, aber wenn dann der 31.12. bedrohlich näher rückt, will man ja dann doch irgendwie. Und dann ist alles wieder vorbei. Weihnachten, Silvester und überhaupt das ganze letzte Jahr. War es einem doch so vertraut. Nun fühlt sich alles so neu an. Eigentlich völliger Blödsinn. Es geht einfach alles weiter. Ein ganz normaler Monatswechsel. Also überhaupt kein Grund Trübsal zu blasen und dennoch fallen mir die ersten zwei drei Tage im neuen Jahr schwer. Wie sagte Albert Einstein so schön: „Wenn das alte Jahr erfolgreich war, dann freue Dich aufs Neue. Und war es schlecht, ja dann erst recht.“ Wie wahr und dennoch blinzel ich etwas misstrauisch dem neuen Jahr entgegen und warte auf das Gefühl, dass es mir vertraut wird. Aber ich bin zuversichtlich. Heute ist das Jahr bereits sieben Tage alt und es ist mir nicht mehr ganz so fremd.

 

Ich wünsche allen ein gesundes und glückliches Jahr 2018!

 

Claudia Lekondra